Biologie

Großtrappen gehören mit einer Körpermasse der Männchen von 8-18 kg zu den schwersten flugfähigen Vögeln der Erde. Sie sind kraftvolle und ausdauernde Flieger, die trotz ihres beachtlichen Gewichtes zügig vom Boden abheben können. In offenen, unzerschnittenen Lebensräumen wechseln Großtrappen bevorzugt zu Fuß ihren Einstand.

Großtrappen leben gesellig, häufig in getrenntgeschlechtlichen Gruppen. In den Weibchentrupps halten sich in der Regel auch die Jungtiere der letzten Fortpflanzungsperiode auf.

Im Herbst sammeln sich die Hennen mit ihrem Nachwuchs in kleinen Wintergruppen. Die Hähne verbleiben nach der Balz in lockeren Gruppierungen innerhalb des Fortpflanzungsareals.

Der Eintritt in die Geschlechtsreife erfolgt bei den Weibchen im Alter von 2 bis 4, bei Männchen von 5 bis 6 Jahren. Im Rahmen eines ukrainischen Projektes zur Vermehrung von Großtrappen in der Gefangenschaft wurden im Jahre 2001 bereits von einem dreijährigen (!) Hahn fertile Spermien gewonnen. Die Lebenserwartung erwachsener Tiere liegt bei 20 – 25 Jahren.

In der Systematik werden die Trappen (Otididae) mit insgesamt 22 Arten den Rallen- und Kranichvögeln (Gruiformes) zugeordnet.

Die Art Großtrappe (Otis tarda) gliedert sich in die westliche Rasse (O. t. tarda L.), die in Europa und Vorderasien verbreitet ist, und eine östliche (O. t. dybowskii TACZ.) mit ihrem Verbreitungsschwerpunkt in Mittelasien.

Untersuchungen im IZW Berlin zur genetischen Verwandtschaft der Großtrappen untereinander mit Blutproben von Tieren aus Spanien, Ungarn, der Slowakei, Deutschland und Rußland zeigen, dass die Großtrappen Mitteleuropas nach der Eiszeit wahrscheinlich aus Osten und nicht aus Südwesten eingewandert sind.