Der Große Brachvogel

In den Großtrappenschutzgebieten finden eine Vielzahl von Tier – und Pflanzenarten, insbesondere Vogelarten noch sehr gute Lebensbedingungen vor. Alle drei Schutzgebiete befinden sich in Europäischen Vogelschutzgebieten (SPA), was die besondere Bedeutung der Gebiete für den Vogelschutz unterstreicht.

Auch der Große Brachvogel lebt in den weiträumigen Schutzgebieten und lässt sich hier mit viel Glück beobachten. Lebensraum des Großen Brachvogels sind feuchte, großflächige Wiesen – extensiv bewirtschaftet – , eine späte Mahd und jede Menge Insekten. Leider sind diese Lebensräume in vielen Regionen verschwunden. Die Bestände haben in den letzten Jahren rapide abgenommen.  Aktuell wird der Große Brachvogel in der Roten Liste der bedrohten Vögel Deutschland unter der Rubrik „Vom Aussterben bedroht“ geführt. Ob sich die Gesamtsituation für den größten europäischen Watvogel zum Guten wendet, lässt sich heute schwer abschätzen.

Großer Brachvogel | Flickr Autor mattivir Public Domain

Großer Brachvogel | Flickr Autor mattivir Public Domain

Artensteckbrief – Großer Brachvogel

Große Brachvögel sind unverkennbar. Der fast hühnergroße Vogel bringt fast ein Kilo auf die Waage. Der Große Brachvogel ist etwa 50 bis 60 cm lang. Seine Flügelspannweite beträgt gut 100 cm. Charakteristisches Kennzeichen des Großen Brachvogels ist der lange und stark nach unten gekrümmte Schnabel. Das Weibchen, dass etwas größer als das Männchen ist, hat einen deutlich stärker gebogenen und längeren Schnabel. Ansonsten unterscheiden sich Männchen und Weibchen kaum voneinander.

Große Brachvögel sind eher unscheinbar gefärbt. Der Kopf, der Hals, die Brust die Körperoberseite sind fahl beigebraun mit dunklen Streifen und Flecken. Die Brust ist etwas kräftiger gestreift und wird zum Bauch hin heller.

Lebensraumschwund führt zu massivem Rückgang

Die Gründe für seinen Rückgang lassen sich immer auf die gleichen Ausgangsprobleme reduzieren: intensive Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Nutzflächen und Zerstörung von Lebensräumen. Insbesondere in den letzten Jahren wurden die Bearbeitungsmethoden und die technischen Möglichkeiten der Landwirte immer besser. Grünflächen wurden umgebrochen, um größere Ackerflächen zu gewinnen; meist für den Anbau von Mais.

In den Großtrappenschutzgebieten Deutschlands finden Große Brachvögel Dank umfangreicher Lebensraumverbesserungen noch geeignete Habitate vor. So auch im Fiener Bruch in Sachsen/ Anhalt. Hier sind die Bedingungen eigentlich nicht die schlechtesten. Doch auch im Fiener Bruch hat der Bestand dramatisch abgenommen: vor 50 Jahren lebten hier noch 35 Brutpaare des hühnergroßen Vogels. Aktuell sind es wohl nicht mehr als 5 Brutpaare, die versuchen, ihr Auskommen dort zu finden.

 

Manchmal gehört auch Glück dazu

Die notwendige Mahd des Grünlandes, ein hoher Druck durch Prädatoren und Nahrungsknappheit, lässt das Heranwachsen der Küken selbst in Schutzgebieten zum Glücksspiel werden. Glück hatten drei Küken, deren Eier vor wenigen Jahren bei Mäharbeiten gefunden wurden. Nur durch die Umsicht des Maschinenführers konnte der Totalverlust des Geleges abgewendet werden. Denn liegt das Nest erstmal frei, dauert es nur kurze Zeit, bis es von Fressfeinden aufgefunden wird.

Die Eier wurden eingesammelt und in den Brutkasten gebracht. Die Aufzucht übernahm der Tiergarten in Bernburg/ Saale. Dieser verfügte über jahrelangen Erfahrungen im künstlichen Ausbrüten seltener Vögel und wurde mit dieser verantwortungsvollen Aufgabe betraut. Anfang August durften die Vier dann zurück in den Fiener Bruch. Hier zeigt sich, dass nur durch ein starkes Netzwerk und manchmal eben auch viel Glück überhaupt an den Erhalt der Großen Brachvögel zu denken ist.

Die Großtrappe als Schirmart

Von Seiten des Förderverein Großtrappenschutz e.V. wurden in Absprache mit mit Landnutzern eine Vielzahl von Maßnahmen umgesetzt, die dem Schutz der Großtrappe im Fiener Bruch dienen. Natürlich kommen diese Maßnahmen nicht nur den Großtrappen zu Gute. Wenn man so will, dann spannt die Großtrappe einen großen Rettungsschirm auf, unter dem andere Tier – und Pflanzenarten schlüpfen können. Und es sind eben die getroffenen Maßnahmen für die Trappen, die auch für das Überleben der Brachvögel so wichtig sind.

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